Squarespace punktet mit Einfachheit, doch die Datenschutzfunktionen sind in erster Linie auf die eigenen Funktionen der Plattform zugeschnitten. Sobald Sie Google Ads schalten oder mehrere Marketing-Tags einsetzen, sollten Sie genau wissen, wo die Bordmittel enden. Dieser Leitfaden zeigt diese Grenze, erklärt die vier Signale des Consent Mode v2 und führt Schritt für Schritt durch Einrichtung und Kontrolle.
Was Squarespace beim Consent Mode leistet und was nicht
Squarespace bringt ein eigenes Cookie-Banner mit, das Sie im Bereich Cookies & Data Privacy konfigurieren (Bezeichnungen der englischen Oberfläche). Laut Squarespace-Hilfecenter können Sie eine Schaltfläche Manage cookies für individuelle Einstellungen und eine Schaltfläche Decline all zum Ablehnen aller nicht notwendigen Cookies ergänzen. Ist das Banner aktiv, schränkt Squarespace einen Teil der nicht notwendigen Cookies bis zur Reaktion des Besuchers ein. Die Entscheidung wird 30 Tage gespeichert, danach erscheint das Banner erneut.
Für Google ist ein Hinweis in der Google-Analytics-Dokumentation von Squarespace entscheidend: Wenn Sie GA4 über das integrierte Feld anbinden (Developer tools > External API keys, Mess-ID beginnend mit G-) und sowohl das Banner als auch die Decline-all-Schaltfläche aktivieren, teilt Squarespace die Einwilligungsentscheidungen der Besucher über den Einwilligungsmodus mit Google. Für genau diesen Weg ist kein Skript nötig.
Ebenso wichtig sind die Grenzen:
- Code-Injection liegt in Ihrer Verantwortung. Squarespace weist darauf hin, dass Sie selbst sicherstellen müssen, dass eigener Code, der nicht notwendige Cookies setzt, mit dem Banner zusammenspielt. Codebasierte Lösungen wie Google Tag Manager unterstützt der Squarespace-Support nicht.
- Google Ads gehört nicht zur integrierten Anbindung. Für per Code eingebundenes Google Ads verweist Squarespace auf Beispielcode im Community-Forum, nicht auf eine Einstellung.
- Die gesendeten Signale sind nicht im Detail dokumentiert. Squarespace legt nicht offen, welche Einwilligungstypen wann gesetzt werden. Prüfen Sie das Verhalten also selbst, statt anzunehmen, dass alle vier v2-Parameter abgedeckt sind.
- Nur zwei Kategorien. Die Cookie-Dokumentation von Squarespace unterscheidet notwendige Cookies sowie Analyse- und Performance-Cookies. Feinere Zwecke wie Werbung oder Personalisierung sind standardmäßig nicht abgebildet.
Kurz gesagt: Eine Website, die ausschließlich die native GA4-Anbindung nutzt, kann sich auf das Squarespace-Banner stützen. Sobald Google Ads, GTM, Meta Pixel oder andere Drittanbieter-Skripte im Spiel sind, brauchen Sie eine richtige CMP. Den Gesamtüberblick finden Sie in unserem Leitfaden Squarespace und DSGVO-Cookies.
Consent Mode v2 in zwei Minuten
Der Consent Mode ist die Schnittstelle, über die Google-Tags erfahren, wozu der Besucher eingewilligt hat. Version 2 arbeitet mit vier Einwilligungstypen, die Google in seiner Anleitung zur Einrichtung des Einwilligungsmodus beschreibt:
ad_storage: Speicherung (etwa Cookies) zu Werbezwecken.analytics_storage: Speicherung zu Analysezwecken, zum Beispiel Besuchsdauer.ad_user_data: Einwilligung, werbebezogene Nutzerdaten an Google zu senden.ad_personalization: Einwilligung in personalisierte Werbung, etwa Remarketing.
Das Verfahren läuft immer zweistufig. Zuerst ein default-Befehl, zum Beispiel gtag('consent', 'default', {...}) mit allen vier Werten auf denied. Er muss synchron und weit oben im Quelltext stehen, vor jedem Google-Tag. Danach folgt ein update-Befehl, gtag('consent', 'update', {...}), den das Banner sendet, sobald der Besucher Zwecke ganz oder teilweise akzeptiert. Google warnt ausdrücklich: Läuft der Code in falscher Reihenfolge, greifen die Standardwerte nicht.
Google unterscheidet außerdem zwei Varianten. Im Basic-Modus werden Google-Tags erst nach einer Interaktion mit dem Banner geladen. Im Advanced-Modus laden sie sofort mit abgelehnten Standardwerten und senden bei Ablehnung cookielose Pings, die eine werbetreibendenspezifische Conversion-Modellierung ermöglichen. Welche Variante zu Ihrer Risikobewertung passt, erklärt unser Beitrag Consent Mode Basic vs. Advanced. Wichtig: Der Consent Mode ersetzt keine Rechtsgrundlage. In Deutschland verlangt § 25 TDDDG für das Speichern und Auslesen nicht unbedingt erforderlicher Informationen auf dem Endgerät eine vorherige Einwilligung, und für die anschließende Datenverarbeitung gilt die DSGVO.
Voraussetzungen
- Ein Tarif mit Code-Injection. Squarespace bietet sie in den Tarifen Core, Plus und Advanced sowie in einigen älteren Tarifen an. Ohne Code-Injection können Sie kein CMP-Skript im Header einfügen.
- Ihre Google-IDs. Die GA4-Mess-ID (
G-XXXXXXX) und, falls Sie werben, die Google-Ads-Tag-ID (AW-XXXXXXX) samt Conversion-Labels. - Eine Bestandsaufnahme Ihrer Tags. Erfassen Sie alles, was geladen wird: Analyse, Werbung, Pixel, Chat-Widgets, eingebettete Videos. Ein Cookie-Scan liefert Ihnen in wenigen Sekunden eine Ausgangsbasis.
- Genau ein Banner. Legen Sie fest, welches Werkzeug die Einwilligung verwaltet. Squarespace-Banner und CMP parallel zu betreiben verwirrt Besucher und erzeugt widersprüchliche Signale.
Schritt-für-Schritt-Einrichtung mit einer CMP
Das Prinzip ist einfach: zuerst die Standardwerte, dann die Google-Tags, schließlich das Banner mit den Aktualisierungen. So gehen Sie in Squarespace vor.
- Entfernen Sie das früh geladene Google-Tag. Steht Ihre GA4-ID unter Developer tools > External API keys, leeren Sie dieses Feld, sobald die CMP übernimmt. Andernfalls lädt Squarespace GA4 weiter über den eigenen Kanal, womöglich vor Ihren Standardwerten.
- Deaktivieren Sie das native Cookie-Banner unter Cookies & Data Privacy, damit nur noch Ihre CMP nach der Einwilligung fragt.
- Öffnen Sie das Code-Injection-Panel und nutzen Sie das websiteweite Feld Header. Squarespace fügt dessen Inhalt in den
<head>jeder Seite ein, genau das braucht der Consent Mode. Verzichten Sie hierfür auf die seitenbezogene Header-Injection, denn die Einwilligung muss auf allen Seiten greifen. - Fügen Sie das CMP-Skript ganz oben im Header-Feld ein. Es muss vor jedem Google-Tag laufen, damit der
default-Befehl zuerst ankommt. Setzt Ihre CMP die Standardwerte nicht selbst, ergänzen Sie davor ein kurzes Inline-Skript, dasdataLayer, die Funktiongtag()und einen Aufrufgtag('consent', 'default', {...})mit allen vier Werten aufdenieddefiniert. - Fügen Sie darunter das Google-Tag ein. Verwenden Sie das Standard-Snippet gtag.js aus GA4 oder Google Ads mit
gtag('config', 'G-XXXXXXX')und bei Bedarfgtag('config', 'AW-XXXXXXX'). Ein Google-Tag kann beide bedienen. - Hinterlegen Sie weitere Skripte in der CMP (Meta Pixel, LinkedIn, Hotjar usw.), damit sie bis zur passenden Einwilligung blockiert bleiben. Der Consent Mode steuert nur Google-Tags.
- Speichern, veröffentlichen und auf der Live-Website testen. Laut Squarespace wird eingefügter Code im Editor nicht ausgeführt. Testen Sie daher immer die öffentliche URL, am besten im privaten Fenster.
Variante A: CMP mit integriertem Consent Mode
Das ist auf Squarespace der schlankste Weg. Mit FlowConsent zum Beispiel fügen Sie ein einziges Skript in das Header-Feld ein: Google Consent Mode v2 ist integriert, die vier Signale starten mit denied, und das Banner sendet das Update, sobald der Besucher entscheidet. Andere Skripte werden vor der Einwilligung blockiert, ein automatischer Cookie-Scan hält die Cookie-Erklärung aktuell, und Einwilligungsnachweise werden 13 Monate aufbewahrt. Google Tag Manager ist nicht nötig. Die genaue Reihenfolge der Snippets beschreibt die Consent-Mode-Dokumentation.
Variante B: Google Tag Manager
Verwaltet Ihr Team die Tags bereits in GTM, fügen Sie das Container-Snippet ganz oben im Header-Feld ein. Die Einwilligung konfigurieren Sie dann in GTM: Eine CMP-Vorlage oder ein benutzerdefiniertes Tag auf dem Trigger Consent Initialization setzt die Standardwerte, und jedes Google-Tag nutzt seine integrierten Einwilligungsprüfungen. Das funktioniert zuverlässig, schafft aber eine zusätzliche Ebene, bei der Squarespace nicht hilft. Details zur GTM-Seite finden Sie im Leitfaden zu Google Tag Manager und Consent Mode v2.
So prüfen Sie, ob alles funktioniert
Verlassen Sie sich nie auf Annahmen. Googles Hilfeartikel zur Überprüfung des Einwilligungsmodus empfiehlt Tag Assistant, ergänzt durch einen Blick in die Entwicklertools des Browsers.
- Öffnen Sie Tag Assistant, geben Sie die URL Ihrer Squarespace-Website ein und verbinden Sie sich. Die Seite öffnet sich in einem neuen Tab mit dem Banner.
- Wählen Sie in der Summary das früheste Consent-Ereignis. Prüfen Sie im Abschnitt API Call, ob
ad_storage,analytics_storage,ad_user_dataundad_personalizationgesetzt sind und aufdeniedstehen. - Akzeptieren Sie die Cookies im Banner und wählen Sie das letzte Consent-Ereignis: Die akzeptierten Werte müssen jetzt
grantedlauten (Spalte On-page Update im Consent-Tab des Tags). - Kontrollieren Sie in der Ansicht Tags, ob sich jedes Tag entsprechend dem Einwilligungsstatus verhalten hat.
- Wiederholen Sie den Test in einem neuen privaten Fenster und klicken Sie diesmal auf Ablehnen. Kein Wert darf auf
grantedwechseln.
Öffnen Sie in den Entwicklertools vor dem ersten Klick Application > Cookies: Die GA4-Cookies _ga und die Google-Ads-Cookies dürfen noch nicht existieren. Filtern Sie im Tab Network nach collect oder googleadservices, um zu sehen, welche Anfragen vor und nach der Einwilligung gesendet werden. Bleibt der Consent-Tab in Tag Assistant leer, ist der Einwilligungsmodus laut Google nicht implementiert oder das Google-Tag wurde am Laden gehindert. In Google Ads zeigt zudem die Conversion-Diagnose den Status des Einwilligungsmodus Ihrer Tags an, sobald Traffic erfasst wurde.
Typische Fehler auf Squarespace
- Die GA4-ID im nativen Feld lassen und zusätzlich gtag.js per Code einbinden. Folge: zwei GA4-Instanzen, doppelte Daten und ein Tag, das möglicherweise vor Ihren Standardwerten feuert.
- Die CMP unterhalb des Google-Tags platzieren. Der
config-Befehl wird ohne Einschränkung verarbeitet, Cookies werden gesetzt, bevor ein Standardwert existiert. - Die CMP ins Footer-Feld setzen. Der Footer läuft am Ende des
body, viel zu spät für Einwilligungs-Standardwerte. - Nur die beiden ursprünglichen Signale setzen. Ohne
ad_user_dataundad_personalizationkann Google Ihren EWR-Traffic nicht für personalisierte Werbung und bestimmte Messfunktionen nutzen. - Skripte anderer Anbieter vergessen. Der Consent Mode wirkt nicht auf Meta Pixel, TikTok oder eingebettete YouTube-Videos. Diese muss die CMP blockieren.
- Im Editor testen. Eingefügter Code läuft dort nicht, die Ergebnisse sind wertlos.
Fazit
Das Squarespace-Banner reicht aus, wenn Sie ausschließlich die native GA4-Anbindung nutzen. Sobald Google Ads, GTM oder weitere Marketing-Tags hinzukommen, brauchen Sie eine CMP, die zuerst die Standardwerte des Consent Mode v2 setzt und alles andere bis zur Einwilligung blockiert. Halten Sie die oben beschriebene Reihenfolge ein, prüfen Sie mit Tag Assistant und testen Sie nach jedem neuen Tag erneut. Möchten Sie wissen, was Ihre Squarespace-Website heute vor der Einwilligung lädt? Starten Sie einen kostenlosen Scan und gleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer Tag-Liste ab.