TL;DR
Der LinkedIn Insight Tag setzt Drittanbieter-Werbe-Cookies auf Websites, die ihn einbinden. Diese Cookies erfordern die vorherige Einwilligung der Besucher gemäß DSGVO und ePrivacy-Richtlinie. Ohne eine CMP, die das Skript vor der Einwilligung blockiert, verstößt die Website gegen geltendes Recht.
Warum der LinkedIn Insight Tag unter die DSGVO fällt
Der LinkedIn Insight Tag ist ein JavaScript-Snippet von LinkedIn zur Messung von Werbekonversionen und zum Aufbau von Retargeting-Zielgruppen. Sobald er lädt, setzt er mehrere Drittanbieter-Cookies auf dem Gerät des Besuchers. Diese Cookies dienen Werbezwecken und sind für den Betrieb der Website technisch nicht erforderlich.
Die ePrivacy-Richtlinie (Artikel 5.3) verlangt eine vorherige Einwilligung für jeden nicht notwendigen Tracker. Die DSGVO schreibt vor, dass diese Einwilligung freiwillig, informiert, spezifisch und eindeutig sein muss. Der LinkedIn Insight Tag fällt in die Kategorie Werbung/Targeting: Eine Einwilligung ist vor der Aktivierung des Skripts zwingend erforderlich. In Deutschland gilt zudem das TTDSG (§ 25), das diese Anforderung für alle Endgeräte-Speicheroperationen präzisiert.
Vom LinkedIn Insight Tag gesetzte Cookies
- li_gc: interner LinkedIn-Einwilligungsstatus (2 Jahre)
- li_sugr: probabilistisches Matching für geräteübergreifende Attribution (90 Tage)
- UserMatchHistory: Identifikator-Synchronisierung zwischen LinkedIn und Werbetreibenden (30 Tage)
- bcookie / bscookie: LinkedIn-Browser-Identifikator (2 Jahre)
- AnalyticsSyncHistory: Synchronisierung von LinkedIn-Analysedaten
Keiner dieser Cookies ist für den technischen Betrieb der Website erforderlich. Alle benötigen eine vorherige Einwilligung.
LinkedIn Insight Tag DSGVO-konform konfigurieren
Die Logik ist dieselbe wie beim Meta Pixel: Das Skript darf erst nach ausdrücklicher Einwilligung des Nutzers für die Kategorie Werbung geladen werden.
Methode 1: Blockierung über eine CMP (empfohlen)
Eine Consent Management Platform (CMP) blockiert Drittanbieter-Skripte automatisch vor der Einwilligung. Mit FlowConsent bleibt das LinkedIn-Skript inaktiv, bis der Nutzer der Kategorie Werbung zustimmt. Der Einwilligungsnachweis wird automatisch gespeichert.
Methode 2: Google Tag Manager mit Einwilligungsvariable
Den LinkedIn-Tag-Auslöser in GTM an eine Einwilligungsvariable knüpfen. Der Tag feuert nur, wenn der Nutzer der Kategorie Werbung zugestimmt hat. Achtung: Eine fehlerhafte Konfiguration kann dazu führen, dass der Tag beim ersten Seitenaufruf trotz der Bedingung geladen wird.
Methode 3: Bedingtes Laden in JavaScript
Für Websites ohne GTM das LinkedIn-Skript nur laden, wenn die Werbeeinwilligung erteilt wurde. Diese Methode erfordert einen eigenen clientseitigen Einwilligungs-Speichermechanismus.
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Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Skript im <head> ohne Bedingung. Die Standard-Integration von LinkedIn platziert das Skript direkt im HTML. Ohne CMP lädt es bei jedem Besuch vor jeder Einwilligung. Immer eine CMP oder bedingtes Laden verwenden.
GTM ohne Einwilligungsvariable. Den LinkedIn-Tag in GTM ohne einwilligungsbasiertem Auslöser hinzuzufügen entspricht einem unbedingten Laden. Eine Einwilligungsvariable einrichten oder den Consent Mode in GTM aktivieren.
Banner, der informiert, aber nicht blockiert. Manche Banner benachrichtigen Nutzer, ohne Skripte technisch zu blockieren. Im Browser-Entwickler-Tool (Tab Netzwerk) prüfen, ob Anfragen an snap.licdn.com vor der Einwilligung erscheinen.
LinkedIn fehlt in der Cookie-Richtlinie. Die Cookie-Richtlinie muss alle Tracker einschließlich der LinkedIn-Cookies mit Zweck und Aufbewahrungsdauer auflisten. Jedes Versäumnis verstößt gegen die Transparenzpflicht.
li_gc mit DSGVO-Einwilligung verwechseln. Das Cookie li_gc speichert LinkedIns interne Einwilligung für seine eigenen Plattformen. Es ist kein DSGVO-Einwilligungsmechanismus für Ihre Website. Ihre CMP bleibt der einzige gültige Mechanismus.
Checkliste LinkedIn Pixel DSGVO-Konformität
- Der LinkedIn Insight Tag ist standardmäßig bis zur Einwilligung blockiert.
- Die Einwilligung wird über eine konforme CMP eingeholt (sichtbares Banner, Ablehnung per Klick).
- Die Kategorie Werbung/Targeting ist in der Bannierauswahl von anderen Kategorien getrennt.
- Das Skript lädt weder bei Ablehnung noch bei fehlender Antwort.
- Die Cookie-Richtlinie listet alle LinkedIn-Cookies mit Zweck und Dauer auf.
- Einwilligungsnachweise werden mit Zeitstempel, Besucher-ID und Banner-Version gespeichert.
- Der Widerrufsmechanismus ist zugänglich und funktionsfähig.
- Die Einwilligung wird alle 6 Monate erneuert (Empfehlung des BfDI).
- Kein LinkedIn-Cookie wird serverseitig ohne Einwilligung gesetzt.
- Die Konfiguration wird nach jeder Aktualisierung des LinkedIn-Skripts überprüft.
Fazit
Der LinkedIn Insight Tag ist ein leistungsstarkes Werkzeug für B2B-Kampagnen, aber seine Standard-Integration verstößt gegen DSGVO und TTDSG. Die Lösung ist einfach: Eine CMP wie FlowConsent blockiert das Skript automatisch bis zur Einwilligung.
Prüfen Sie, ob der LinkedIn Insight Tag und andere Drittanbieter-Skripte auf Ihrer Website korrekt blockiert werden, mit dem FlowConsent Cookie-Scanner.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der LinkedIn Insight Tag?
Der LinkedIn Insight Tag ist ein JavaScript-Snippet von LinkedIn zur Messung von Werbekonversionen, zum Aufbau von Retargeting-Zielgruppen und für demografische Einblicke über Website-Besucher. Er setzt automatisch Drittanbieter-Cookies, sobald er geladen wird.
Erfordert der LinkedIn Insight Tag eine Einwilligung?
Ja. Die vom LinkedIn Insight Tag gesetzten Cookies dienen Werbezwecken und sind technisch nicht erforderlich. Die ePrivacy-Richtlinie (Artikel 5.3) und die DSGVO verlangen eine vorherige, freiwillige, informierte und aktive Einwilligung, bevor diese Cookies gesetzt werden dürfen.
Was passiert, wenn der LinkedIn Insight Tag ohne Einwilligung lädt?
Wenn das Skript geladen wird, bevor der Nutzer eingewilligt hat, verstößt die Website gegen die ePrivacy-Richtlinie und die DSGVO. Datenschutzbehörden (BfDI, LfDI usw.) können Bußgelder verhängen. Eine CMP wie FlowConsent blockiert das Skript automatisch bis zur Einwilligung.
Ist das Cookie li_gc ein DSGVO-Einwilligungsmechanismus?
Nein. Das Cookie li_gc speichert den internen Einwilligungsstatus von LinkedIn für seine eigenen Plattformen. Es stellt keinen DSGVO-Einwilligungsmechanismus für Ihre Website dar. Ihre CMP bleibt der einzige gültige Mechanismus zur Erhebung und zum Nachweis der Besuchereinwilligung.
Wie blockiert man den LinkedIn Insight Tag vor der Einwilligung?
Die empfohlene Methode ist eine CMP, die Drittanbieter-Skripte automatisch vor der Einwilligung blockiert. Mit FlowConsent bleibt das LinkedIn-Skript inaktiv, bis der Nutzer der Kategorie Werbung zustimmt. Der Einwilligungsnachweis wird automatisch gespeichert.