Der Consent Mode v2 fällt leise aus. Das Banner erscheint, der Besucher klickt, die Website wirkt normal, und trotzdem erhält Google womöglich das falsche Signal oder gar keines. Meist merken Sie es erst Wochen später, wenn die Conversions in Google Ads einbrechen oder GA4 nicht mehr modelliert. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Consent Mode v2 testen. Falls Sie ihn noch nicht eingerichtet haben, beginnen Sie mit unserem Leitfaden zur Implementierung von Google Consent Mode v2 und kommen Sie dann für die Tests hierher zurück.
Consent Mode v2 prüfen: So sieht eine funktionierende Einrichtung aus
Bevor Sie testen, sollten Sie wissen, wonach Sie suchen. Eine korrekte Implementierung erfüllt fünf Bedingungen:
- Zuerst wird ein Standardwert gesetzt. Ein Befehl
gtag('consent', 'default', {...})läuft, bevor irgendein Google-Tag lädt (GA4, Google Ads, Floodlight). Ein Tag, das vorher auslöst, verhält sich so, als läge eine Einwilligung vor. - Alle vier v2-Signale sind deklariert. Consent Mode v1 kannte nur
ad_storageundanalytics_storage. Version 2 ergänztad_user_dataundad_personalization, die Google verlangt, damit Zielgruppen und Conversion-Messung für Traffic aus dem EWR erhalten bleiben. - Der Standard ist
deniedfür Besucher, die einwilligen müssen. Für Besucher aus der EU und dem Vereinigten Königreich starten alle vier Signale mitdenied. - Auf die Entscheidung folgt ein Update. Wenn der Besucher annimmt oder ablehnt, sendet die CMP
gtag('consent', 'update', {...})mit den passenden Werten. - Die gespeicherte Entscheidung wird auf jeder Seite erneut gesendet. Ein Besucher, der gestern zugestimmt hat, darf heute nicht als ablehnend behandelt werden.
Die folgenden Tests prüfen jede dieser Bedingungen.
Test 1: in der Browser-Konsole prüfen, ob der Consent Mode aktiv ist
Das ist die schnellste Kontrolle, und sie funktioniert auf jeder Website.
- Öffnen Sie die Website in einem privaten Fenster, damit keine frühere Entscheidung gespeichert ist.
- Öffnen Sie die Entwicklertools (F12 oder Rechtsklick, dann Untersuchen) und wechseln Sie zum Tab Console.
- Geben Sie
dataLayerein und drücken Sie Enter.
Klappen Sie die Einträge auf. Einer der ersten muss consent, default und die vier Signale mit denied enthalten. Er muss vor den Einträgen stehen, die Ihre Tags laden (js, config). Klicken Sie dann im Banner auf „Alle akzeptieren“, geben Sie erneut dataLayer ein und suchen Sie einen neuen Eintrag consent, update mit den Signalen auf granted.
Fehlt jeder consent-Eintrag, ist der Consent Mode nicht aktiv. Steht der config-Eintrag Ihrer GA4- oder Google-Ads-ID vor dem default, lief das Tag ohne Einschränkung. Das Banner von FlowConsent erkennt genau diese Reihenfolge beim Start und gibt einen Konsolenfehler mit den betroffenen Tag-IDs aus.
Test 2: Google Consent Mode mit Tag Assistant testen
Tag Assistant (tagassistant.google.com) ist der Debugger von Google und der zuverlässigste Weg, den Consent Mode zu testen. Wenn Sie Google Tag Manager nutzen, öffnet ihn die Schaltfläche Vorschau Ihres Containers direkt.
- Geben Sie die URL Ihrer Website ein und verbinden Sie sich.
- Wählen Sie in der linken Spalte das erste Ereignis (oft „Consent“ oder „Consent Initialization“).
- Öffnen Sie den Tab Consent. Dort erscheint jedes Signal mit drei Spalten: Standardwert auf der Seite, Update auf der Seite und aktueller Status.
Bevor Sie das Banner anklicken, muss die Standardspalte für alle vier Signale denied zeigen, und die Update-Spalte muss leer sein. Klicken Sie auf der Website auf „Alle akzeptieren“ und wählen Sie das neue Ereignis in Tag Assistant: Das Update sollte nun granted anzeigen. Wiederholen Sie das in einer neuen Sitzung mit „Alle ablehnen“: Das Update bleibt denied.
Tag Assistant weist außerdem mit Warnungen auf typische Probleme hin, etwa wenn der Einwilligungsstatus gelesen wurde, bevor ein Standardwert gesetzt war. In GTM können Sie zusätzlich die Einwilligungsübersicht (Consent Overview) in den Containereinstellungen aktivieren, um zu sehen, welche Tags integrierte Einwilligungsprüfungen haben und welche eine zusätzliche Einwilligungsanforderung brauchen. Unser Leitfaden zu Google Tag Manager und Consent Mode v2 beschreibt diese Konfiguration.
Test 3: die Parameter gcs und gcd in den Netzwerkanfragen lesen
Jede Anfrage eines Google-Tags überträgt den Einwilligungsstatus in zwei URL-Parametern. Wer sie liest, sieht, was Google tatsächlich erhalten hat, und genau darauf kommt es an.
- Öffnen Sie den Tab Network der Entwicklertools und laden Sie die Seite neu.
- Filtern Sie nach
collect(GA4-Anfragen) oder nachgcs=(alle Google-Tags). - Klicken Sie auf eine Anfrage und sehen Sie sich die Parameter an.
Der Parameter gcs
gcs codiert die beiden Speichersignale. Er beginnt mit G1, gefolgt von einer Ziffer für ad_storage und einer für analytics_storage (1 für erteilt, 0 für verweigert):
G100: beide verweigert. Erwartet vor jeder Entscheidung und nach einer Ablehnung.G111: beide erteilt. Nur nach einer Zustimmung zu erwarten.G110: Werbespeicher erteilt, Analyse verweigert.G101: Analysespeicher erteilt, Werbung verweigert.
Sehen Sie G111 schon bei der allerersten Anfrage, bevor jemand das Banner berührt hat, fehlt der Standardwert oder er steht auf granted. Das ist der schwerste Fehler, denn Google erfasst eine Einwilligung, die nie erteilt wurde.
Der Parameter gcd
gcd ist länger (zum Beispiel 13p3p3p3p5) und deckt die vier v2-Signale in dieser Reihenfolge ab: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data, ad_personalization. Google dokumentiert ihn nicht offiziell, aber die Buchstaben wurden von der Analytics-Community entschlüsselt. Die häufigsten:
l: Signal nicht gesetzt. Taucht es beiad_user_dataoderad_personalizationauf, arbeiten Sie noch mit einer v1-Einrichtung.p: standardmäßig verweigert, noch kein Update.q: standardmäßig verweigert und durch das Update verweigert.r: standardmäßig verweigert, dann durch das Update erteilt. Das ist das ideale Muster nach einer Zustimmung.t: standardmäßig erteilt, kein Update.v: standardmäßig und durch das Update erteilt.
Ein t oder v bei Besuchern aus der EU bedeutet, dass der Standard granted war, und damit verliert die Einwilligungsabfrage ihren Sinn.
Basic- oder Advanced-Modus?
Was Sie im Network-Tab sehen, hängt auch vom gewählten Modus ab. Im Basic-Modus laden Google-Tags vor der Einwilligung gar nicht: Vor der Zustimmung darf keine collect-Anfrage erscheinen. Im Advanced-Modus laden die Tags und senden cookielose Pings mit gcs=G100, solange die Einwilligung fehlt. Beides ist zulässig, aber das erwartete Ergebnis unterscheidet sich. Unser Artikel Basic- oder Advanced-Modus hilft bei der Wahl.
Test 4: Cookies vor und nach der Entscheidung kontrollieren
Die Signale sind nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte: Solange keine Einwilligung vorliegt, darf nichts auf dem Endgerät gespeichert werden.
- Öffnen Sie in einem privaten Fenster die Entwicklertools, Tab Application (Chrome) oder Speicher (Firefox), dann Cookies.
- Laden Sie die Website, ohne das Banner anzuklicken. Es dürfen keine Cookies
_ga,_ga_<ID>(GA4) oder_gcl_au(Conversion Linker von Google Ads) erscheinen. - Klicken Sie auf „Alle ablehnen“ und laden Sie neu: weiterhin keine Google-Cookies.
- Klicken Sie in einem neuen privaten Fenster auf „Alle akzeptieren“: Die Cookies erscheinen.
Ist _ga vor jeder Entscheidung vorhanden, läuft ein Tag außerhalb des Consent Mode, oft eine zweite GA4-Instanz aus einem Plugin oder aus der nativen Integration des Website-Baukastens. Sie möchten alle Cookies sehen, die Ihre Website vor der Einwilligung setzt, nicht nur die von Google? Prüfen Sie in 30 Sekunden mit dem kostenlosen Cookie-Scanner, welche Cookies Ihre Website setzt.
Test 5: den Consent-Mode-Status in Google Ads und GA4 prüfen
Die Browser-Tests zeigen, was ein einzelner Besuch sendet. Die Anzeigen der Plattformen zeigen, was Google über Ihren gesamten Traffic empfängt.
- Google Ads: Öffnen Sie Ihre Conversion-Aktionen und dann den Tab Diagnose. Google zeigt an, ob der Consent Mode auf Ihren Tags erkannt wird, und meldet fehlende Einwilligungssignale für Traffic aus dem EWR. Änderungen können dort mehrere Tage brauchen, erwarten Sie also nach einer Korrektur keine sofortige Aktualisierung.
- GA4: Gehen Sie zu Verwaltung, dann Datenstreams, und öffnen Sie Ihren Web-Stream. Der Bereich Einwilligungseinstellungen zeigt, ob Einwilligungssignale für Messung und für personalisierte Werbung aktiv sind.
Bestehen die Browser-Tests, melden diese Anzeigen aber fehlende Signale, betrifft das Problem meist nur bestimmte Seiten oder Vorlagen (eine Landingpage ohne Snippet, ein Checkout auf einer anderen Domain). Wie sich fehlende Signale auf Gebote und Zielgruppen auswirken, lesen Sie in unserem Artikel Consent Mode v2 und Google Ads.
Test 6: jedes Einwilligungsszenario durchspielen
Eine einzige Zustimmung auf der Startseite ist kein Testplan. Spielen Sie jedes Szenario in einem neuen privaten Fenster durch und wiederholen Sie die Tests 2 bis 4:
- Erster Besuch, keine Entscheidung: Standard
denied, keine Google-Cookies,gcs=G100oder keine Anfrage (Basic-Modus). - Alle akzeptieren: Update auf
granted, Cookies gesetzt,gcs=G111. - Alle ablehnen: Update bleibt
denied, keine Cookies. - Teilweise Auswahl: Akzeptieren Sie nur Statistik und prüfen Sie, dass
analytics_storageaufgrantedsteht und die drei Werbesignaledeniedbleiben. - Wiederkehrender Besucher: Zustimmen, Tab schließen, eine andere Seite aufrufen. Die gespeicherte Entscheidung muss sofort gelten, ohne vorherige Serie verweigerter Anfragen.
- Widerruf: Öffnen Sie die Cookie-Einstellungen erneut, widerrufen Sie die Einwilligung und prüfen Sie, dass die nächsten Anfragen wieder
G100tragen. - Region: Wenn Ihr Standard den Parameter
regionnutzt, umdeniednur im EWR anzuwenden, testen Sie über eine Verbindung aus dem EWR (oder ein VPN). Ein Test außerhalb der Region zeigtgrantedund sagt Ihnen nichts.
Testen Sie außerdem mindestens eine Produktseite, die Bestellbestätigung (wo die Conversions auslösen) und die mobile Version.
Die häufigsten Fehler und was sie bedeuten
- Kein
consent defaultim dataLayer: Der Consent Mode ist nicht aktiv. Prüfen Sie, ob die Option in Ihrer CMP eingeschaltet ist oder ob der Standard in GTM mit dem Trigger Consent Initialization gesetzt wird. configsteht vordefault: Ein Tag ist oberhalb des CMP-Snippets fest eingebaut. Verschieben Sie das CMP-Snippet nach oben oder entfernen Sie das doppelte Tag.lbei zwei Signalen ingcd: v1-Einrichtung. Aktualisieren Sie Ihre CMP oder Vorlage, damit siead_user_dataundad_personalizationsendet.- Der Status bleibt nach der Zustimmung
denied: Die CMP sendet kein Update oder verwendet falsche Signalnamen. grantedvor jeder Entscheidung bei Besuchern aus der EU: falscher Standardwert. Das ist ein Datenschutzproblem, nicht nur ein Messproblem.- Meta, LinkedIn oder Hotjar lösen vor der Einwilligung aus: Diese Tags lesen die Signale von Google nicht. Sie müssen von der CMP blockiert oder in GTM mit einer zusätzlichen Einwilligungsanforderung versehen werden.
Wie FlowConsent die Prüfung des Consent Mode v2 umsetzt
FlowConsent ist so gebaut, dass es diese Tests ohne Zusatzaufwand besteht. Das Integrations-Snippet beginnt mit einem Inline-Skript, das die vier Signale vor jedem Google-Tag auf denied setzt, mit wait_for_update, damit die gespeicherte Entscheidung eines wiederkehrenden Besuchers vor den ersten Anfragen greift. Das Banner sendet das Update bei jeder Entscheidung und auf jeder Seite. Wird ein Google-Tag vor den Standardwerten ausgeführt, nennt das Banner es in einem Konsolenfehler, und der Installationsassistent prüft die gesamte Kette auf Ihrer Live-Seite. Der Compliance-Scan erkennt cookielose Pings mit gcs=G100 als konform und meldet jede Anfrage, die nach einer Ablehnung eine Einwilligung behauptet. FlowConsent ist bis 25.000 Sitzungen pro Monat kostenlos. Alle Details finden Sie in der Dokumentation zu Google Consent Mode.