Wer einen kostenlosen Cookie Banner sucht, hat meist eine kleine Website, ein knappes Budget und einen nahen Termin. Dafür brauchen Sie kein Enterprise-Tool. Sie sollten aber wissen, was Sie installieren. Dieser Leitfaden erklärt, was ein Cookie Banner Generator tatsächlich erzeugt, welche Anforderungen ein kostenloser Banner erfüllen muss, welche Gratis-Optionen es 2026 gibt und wie Sie Ihren Banner Schritt für Schritt erstellen. Den vollständigen rechtlichen Rahmen finden Sie in unserem Leitfaden für einen DSGVO-konformen Cookie Banner.
Was macht ein Cookie Banner Generator eigentlich?
Der Begriff steht für zwei sehr unterschiedliche Arten von Tools.
Code-Generatoren fragen einige Einstellungen ab (Farben, Position, Text, Link zur Cookie-Richtlinie) und liefern ein Snippet aus HTML, CSS und JavaScript, das Sie in Ihre Website einfügen. Das Ergebnis sieht aus wie ein Cookie Banner. Meist zeigt es aber nur eine Meldung an und speichert den Klick in einem Cookie. Ihr Google-Analytics-Tag, Ihr Meta-Pixel oder eingebettete Videos laden weiter wie bisher, egal wie der Besucher entscheidet.
Consent-Management-Plattformen (CMPs) erzeugen ebenfalls einen Banner, ihr Skript leistet aber mehr. Es hält Tags zurück, die nicht notwendige Cookies setzen, gibt sie nur für die akzeptierten Kategorien frei, protokolliert jede Entscheidung und sendet die Einwilligungssignale, die Google erwartet. Viele CMPs nennen ihre Einrichtungsoberfläche ebenfalls „Generator“, was die Verwirrung vergrößert.
Der Unterschied ist entscheidend, denn Aufsichtsbehörden prüfen, was im Browser passiert, nicht was im Banner steht. Ein Banner, der „Wir verwenden Cookies“ anzeigt, während Tracker schon beim Seitenaufruf laufen, ist genau die Situation, gegen die Behörden wie die CNIL in Frankreich oder das ICO im Vereinigten Königreich bei Cookies vorgegangen sind.
Brauchen Sie überhaupt einen Cookie Banner?
Nicht immer. Setzt Ihre Website nur unbedingt erforderliche Cookies (Session-Cookie für den Warenkorb, Load-Balancing-Cookie, das Cookie, das die Einwilligungsentscheidung speichert), verlangt § 25 Abs. 2 TDDDG keine Einwilligung. Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung genügt dann.
Sobald Sie Webanalyse, Werbepixel, eingebettete YouTube-Videos oder Chat-Widgets mit Cookies einsetzen, brauchen Sie eine vorherige Einwilligung. Unser Artikel Brauche ich einen Cookie Banner? geht die typischen Fälle durch.
Was ein kostenloser Cookie Banner für die DSGVO leisten muss
Egal welches Tool Sie verwenden, prüfen Sie diese sieben Punkte. Sie ergeben sich aus der DSGVO, dem TDDDG, der ePrivacy-Richtlinie und der Praxis der europäischen Aufsichtsbehörden.
- Vor der Einwilligung blockieren. Nicht notwendige Skripte dürfen vor der Zustimmung weder laufen noch Cookies setzen oder auslesen.
- Ablehnen so einfach wie Zustimmen. Die französische CNIL verlangt eine Option „Alle ablehnen“ auf derselben Ebene wie „Alle akzeptieren“. Im Dezember 2021 verhängte sie gegen Google 150 Millionen Euro und gegen Facebook 60 Millionen Euro, weil das Ablehnen mehr Klicks erforderte als das Akzeptieren. Designs, die zur Zustimmung drängen, behandelt unser Artikel über Cookie Dark Patterns.
- Keine vorausgewählten Kästchen. Im Urteil Planet49 (C-673/17, 2019) entschied der EuGH, dass ein vorab angekreuztes Kästchen keine wirksame Einwilligung ist. Der BGH folgte dem 2020 im Urteil „Cookie-Einwilligung II“.
- Granulare Auswahl anbieten. Besucher sollten zum Beispiel Statistik akzeptieren und Marketing ablehnen können.
- Klar informieren. Der Banner nennt die Zwecke und verlinkt auf die Liste der Cookies und Drittanbieter. Unsere Textvorlagen für Cookie Banner liefern anpassbare Formulierungen.
- Widerruf ermöglichen. Ein Link oder Button erlaubt es, die Entscheidung jederzeit so einfach zu ändern, wie sie getroffen wurde.
- Einwilligung nachweisen. Nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO müssen Sie die Einwilligung nachweisen können. Dafür speichern Sie jede Entscheidung mit Datum und Banner-Version. Unser Leitfaden zum Nachweis der Cookie-Einwilligung zeigt, was Sie aufbewahren sollten.
Wenn Sie Google Ads oder Google Analytics mit Besuchern im Europäischen Wirtschaftsraum nutzen, kommt ein achter Punkt hinzu: Senden Sie die Signale von Google Consent Mode v2, die Google seit März 2024 für Mess- und Personalisierungsfunktionen verlangt.
Die meisten reinen Code-Generatoren scheitern an den Punkten 1, 6 und 7. Deshalb kann ein kostenloser Banner aus einem Generator später teurer werden als der Gratis-Tarif einer echten CMP.
Prüfen Sie in 30 Sekunden, welche Cookies Ihre Website setzt, mit dem kostenlosen Cookie-Scanner. Das Ergebnis zeigt, ob Sie überhaupt einen Banner brauchen und welche Kategorien Sie angeben müssen.
Kostenlose Cookie-Banner-Lösungen 2026
Open-Source-Skripte
tarteaucitron.js und Klaro sind kostenlos und werden selbst gehostet. Sie behalten die volle Kontrolle ohne Lizenzkosten, kümmern sich aber selbst um Hosting, Updates, Konfiguration und Consent Mode. tarteaucitron.js führt nach Entscheidung des Herausgebers kein Einwilligungsprotokoll, Sie brauchen also einen anderen Nachweisweg. Unser Vergleich tarteaucitron vs FlowConsent zeigt, wann welcher Ansatz passt.
Kostenlose WordPress-Plugins
Complianz und Real Cookie Banner bieten jeweils eine Gratisversion auf wordpress.org, mit weniger Service-Vorlagen und Funktionen als die Bezahlversionen. Das ist eine sinnvolle Wahl, wenn Ihre Website auf WordPress läuft und dort bleibt. Für eine Shopify-, Webflow- oder Wix-Website helfen sie nicht.
Gratis-Tarife gehosteter CMPs
Die meisten gehosteten CMPs haben einen Gratis-Tarif. Laut ihren Preisseiten im Oktober 2026 gelten diese Grenzen:
- Cookiebot: bis zu 50 Unterseiten auf einer Domain.
- CookieYes: 5.000 Seitenaufrufe pro Monat.
- CCM19: 5.000 Seitenaufrufe pro Monat.
- Termly: 10.000 Banner-Aufrufe pro Monat; Einwilligungsprotokolle erfordern den Bezahltarif Pro+.
- Usercentrics: 1.000 Sitzungen pro Monat.
- FlowConsent: 25.000 Sitzungen pro Monat, Einwilligungsprotokoll inklusive.
Ein kleiner Blog passt in die meisten dieser Tarife. Ein Shop oder eine Website mit regelmäßigen Kampagnen überschreitet 5.000 Seitenaufrufe schnell. Vergleichen Sie das Kontingent deshalb mit Ihrem echten Traffic. Unsere CMP-Vergleichsseiten stellen die Tools einzeln gegenüber.
Reine Code-Generatoren
Für die Optik reichen sie. Um sie rechtskonform zu machen, müssen Sie jedes Tracking-Skript so ändern, dass es beim Laden nicht ausgeführt wird (etwa mit type="text/plain"), und es nach der Einwilligung aus eigenem Code aktivieren. Blockierung, Protokoll und Consent Mode pflegen Sie dann selbst. Für die meisten kleinen Websites ist das aufwendiger als eine kostenlose CMP.
Cookie Banner kostenlos erstellen: Schritt für Schritt
- Cookies erfassen. Nutzen Sie einen Scanner oder die Entwicklertools Ihres Browsers; unser Leitfaden Cookies einer Website anzeigen erklärt beide Wege.
- Kategorien bilden. Unbedingt erforderlich, Statistik, Marketing und Präferenzen decken die meisten Websites ab. Notieren Sie den Anbieter hinter jedem Cookie.
- Tool auswählen. Passend zu Ihrer Plattform (nur WordPress oder mehrere Baukästen) und Ihrem monatlichen Traffic.
- Texte schreiben. Eine kurze erste Ebene mit den Zwecken, eine zweite Ebene mit Details pro Kategorie und ein Link zur Datenschutzerklärung.
- Buttons gestalten. „Alle akzeptieren“ und „Alle ablehnen“ in gleicher Größe, Farbe und Position. Unsere Beispiele für DSGVO-Cookie-Banner zeigen passende Layouts.
- Skript einbinden. Platzieren Sie es so weit oben wie möglich im
<head>, vor allen anderen Tags, damit es die folgenden Skripte zurückhalten kann. - Ablehnung testen. Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Fenster, klicken Sie auf „Alle ablehnen“ und prüfen Sie in den Entwicklertools, dass kein Statistik- oder Werbe-Cookie erscheint und keine Anfrage an Google, Meta oder andere Anbieter geht.
- Aktuell halten. Scannen Sie nach jedem neuen Tool oder Plugin erneut und bewahren Sie Ihre Einwilligungsnachweise so lange auf, wie Sie sie als Beleg brauchen könnten.
Grenzen kostenloser Tarife, die Sie vorher prüfen sollten
Gratis-Tarife unterscheiden sich weniger im Banner als in dem, was sie weglassen. Stellen Sie vor der Entscheidung vier Fragen:
- Was passiert, wenn ich das Kontingent überschreite? Manche Tools bieten ein Upgrade an, andere protokollieren nicht mehr oder blenden den Banner aus. Ein stiller Ausfall ist der schlimmste Fall.
- Kann ich meine Einwilligungsnachweise jederzeit exportieren? Ohne Export bleiben Ihre Nachweise im Dashboard des Anbieters.
- Blockiert der Gratis-Tarif Skripte genauso wie der Bezahltarif? Wenn nicht, ist es eine Demo und kein Compliance-Werkzeug.
- Wie viele Sprachen und Websites deckt er ab? Eine zweisprachige Website braucht mindestens zwei Sprachen im Banner.
Prüfen Sie außerdem, ob das Branding des Anbieters im Banner erscheint und wie lange Protokolle im Gratis-Tarif gespeichert werden.
Wie FlowConsent einen kostenlosen Cookie Banner umsetzt
Der Free-Tarif von FlowConsent ist eine vollständige CMP und kein reiner Hinweis-Banner. Er blockiert Skripte vor der Einwilligung, scannt die Cookies Ihrer Website, protokolliert jede Entscheidung und enthält Google Consent Mode v2. Er umfasst einen Banner in zwei Sprachen und bis zu 25.000 Sitzungen pro Monat, ohne Kreditkarte.
Im Free-Tarif läuft der Banner auf Ihrem eigenen Cloudflare-Konto, das auch das Einwilligungsprotokoll speichert; Sie können es als CSV exportieren. Der Cookie-Scan wird einmal pro Woche manuell gestartet, und der FlowConsent-Hinweis bleibt im Banner. Für mehr Sprachen, tägliche automatische Scans oder Hosting per Klick im CDN von FlowConsent kostet Pro 14,99 € pro Monat für bis zu 100.000 Sitzungen. Die Installation dauert rund zehn Minuten auf Webflow, WordPress, Shopify, Wix, Framer oder über den Google Tag Manager. Die Dokumentation Free vs. Pro beschreibt jede Grenze.